"Kultur und Genuss"

Das Museen-Netzwerk

"Kultur und Genuss" zusammen gefasst in einem Museen-Netzwerk

Gegen Ende der letzten Eiszeit vor rund zehntausend Jahren legte das Mammut sein Fell ab, die Menschen wandelten sich vom Jäger und Sammler zum sesshaften Ackerbauern.

Damals entstand die Kunst des Bierbrauens, und die Menschen begannen Brot zu backen.

Bereits in den ältesten Siedlungen wurden getöpferte Gefäße und geflochtene Körbe gefunden, die zur Zubereitung der Speisen und zur Aufbewahrung von Vorräten benutzt wurden.

 

Wie kam es dazu, dass Menschen erkannten, dass gegrilltes Fleisch bekömmlicher ist als rohes und geräucherter oder gepökelter Fisch auch noch nach Monaten gegessen werden kann, ohne eine Vergiftung zu riskieren? Dass aus vergorenen Getreidekörnern ein euphorisierendes Getränk gebraut werden kann. Dass Speisen statt mit bloßen Händen (Obacht, heiß!) besser mit Besteck zerteilt und genossen werden können. Und warum war die Gabel einst als Esswerkzeug verpönt? Antworten auf diese Fragen findet man – natürlich - im Museum.

 

Oberfranken als Genussregion bietet nicht nur  eine weltmeisterliche Vielfalt an Metzgereien, Bäckereien und Brauereien,

sondern hat auch eine Vielzahl von Genusskultur-Museen, die die Geheimnisse unserer Ess- und Tafelkultur erhellen.

Der Zeitgeist der Epoche lässt sich nirgendwo so unmittelbar ablesen, wie an den Gewohnheiten der Nahrungsherstellung, der Veredelung und des Konsums.

Kochkunst und Esskultur sind seit jeher mit allen Bereichen unseres sozialen Lebens verbunden. Gerade in der heutigen Zeit, in der laufend neue Trends und kurzlebige Moden den Alltag bestimmen, ist es unerlässlich, Traditionen zu erforschen, zu dokumentieren und weiter zu entwickeln.

Nicht nur die überlieferten Handwerkskünste geraten in Vergessenheit, auch im Bereich der Kulinarik gehen Fertigkeiten und Rezepte in geradezu dramatischer Geschwindigkeit verloren. Das Institut für Ernährungsökologie in Karlsruhe hat recherchiert, dass zu Beginn des 21. Jahrhunderts keine zehn Prozent der unter Zwanzigjährigen die Zubereitung einer traditionellen Rindsroulade mit Blaukraut beherrschen. Und wie eine Hasenbratenpfanne aus Ton geformt

oder ein Obstkorb aus Weidenruten geflochten wird, wissen heute ohnehin nur noch wenige Urgesteine. 

 

Diese Verluste gefährden nicht nur die Kochkunst, sondern auch die Tischkultur im Allgemeinen.

Und auch das Wissen um die Urproduktion geht verloren – soll es doch tatsächlich Kinder geben, die meinen,

Kühe seien lila und Fischstäbchen stammten vom Rechteckfisch.

 

Das Museen-Netzwerk „Kultur und Genuss“ ist mehr als eine Initiative zur Bewahrung von Traditionen.

Das ist vielfach gelebte Geschichte, zumal das kulinarische Brauchtum noch in fast allen Ortschaften Oberfrankens erhalten ist.

Diese lebendige Geschichte können Besucher in den Wirtshäusern und Handwerksbetrieben und natürlich in den Museen der Region erleben.

 

Elf den Themen Kulinarik, Handwerk und Anbaukultur verbundene Museen haben sich zu diesem Zweck mit der Regionalinitiative Genussregion Oberfranken zusammengeschlossen. Das Netzwerk umfasst das Porzellanikon mit den beiden Standorten in Selb und Hohenberg, das oberfränkische Bauernhofmuseum in Kleinlosnitz, das Rogg-Inn (Informationszentrum für Roggenkultur) in Weißenstadt, das Töpfermuseum in Thurnau, das Kulmbacher Trio Deutsches Gewürzmuseum, Bayerisches Brauereimuseum und Bayerisches Bäckereimuseum im Mönchshof, das Deutsche Korbmuseum in Michelau, das Welterbezentrum und das Gärtner-und Häckermuseum in Bamberg sowie das Aischgründer Karpfenmuseum, das in Mittelfranken liegt, aber die fränkische Kulinarik insgesamt erhellen kann.

 

Was haben Einheimische, Reisende und Ausflügler von dieser Kooperation?

Kultur- und Genussinteressierte finden rund um jedes der genannten Museen Empfehlungen für Gastronomie, für Einkaufsmöglichkeiten und für Besuche bei Produzenten, die individuell kombiniert werden können. Gruppenreisenden werden abwechslungsreiche Ein- oder Mehrtagesprogramme vorgestellt.

Die Mitglieder des Netzwerks sind ideale Ansprechpartner, wenn es darum geht, ihren Gästen Tipps für einen unvergesslichen Aufenthalt in der Region zu geben.

Denn Oberfranken bietet Einheimischen, Urlaubern und Ausflüglern eine weltrekordverdächtige Auswahl touristisch-kulinarischer Ziele.

Ob uriges Dorfwirtshaus, Brauereigasthof, Biergarten oder gehobenes Spezialitätenrestaurant,  Oberfranken ist ein Schatzkästchen für Kulturinteressierte und Genießer, das zum Erkunden und Forschen einlädt. Die Liste der kulinarischen Köstlichkeiten ist lang und lässt Feinschmeckern das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Die weltweit höchste Dichte an Metzgereien, Bäckereien und Brauereien verspricht eine nahezu unendliche Auswahl an Spezialitäten. Mehr als 170 Brauereien in der Region stellen rund 2500 Sorten Bier her, 500 Metzger und 400 Bäcker produzieren Würste und Schinken sowie Brot und Feingebäck in handwerklicher Qualität.

Rund 600 Brennereien, zahlreiche Imker, über 2000 Teichwirte und gut 9000 Landwirte runden die großartige Palette der oberfränkischen Genussvielfalt ab.

Nicht nur kulinarisch hat Oberfranken viel zu bieten: Mit der Fränkischen Schweiz, dem Fichtelgebirge, dem Frankenwald, dem Obermaintal / Coburger Land und dem Steigerwald liegen gleich fünf verschiedene Feriengebiete in der Region. Burgen, Schlösser und Kirchen, Städte mit historischen Marktplätzen und ein reichhaltiges Kulturangebot bieten für jeden Anspruch das Passende.

Wer eher sportlich unterwegs sein möchte, findet in Oberfranken eine Vielzahl von Möglichkeiten: Klettern, Wandern oder Trekking, Mountainbiking, Flüsse und Seen laden zum Wassersport, malerische Golfplätze – kurz, die Region bietet auch in diesem Bereich eine Vielzahl von Möglichkeiten, die das Museen-Netzwerk „Kultur und Genuss“ seinen Gästen ans Herz legt.

 

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